frieden

 

hand in hand

 

lass mich ein funke sein

der hoffnung bringt

ein lächeln zaubert

 

lass mich ein windhauch sein

der gepeinigte streichelt

wärmt, hält, umarmt

 

lass mich ein lied sein

das leuchtende himmel in

verschlossene herzen bringt

 

lass mich ein stern sein

der im nachtmeer

den weg weist

 

lass mich wasser sein

das den durst stillt und

liebe fliessen lässt

 

lass mich erde sein

die alle kinder trägt

und wohl behütet

 

lass mich eine brücke sein

die getrennte, fremde, feinde

wieder vereint

 

lass mich ein wunder sein

das frieden bringt

hand in hand

mit unzähligen

wundern

 

 

 

 

 

 

gerade jetzt

 

suchst

sprachlos

nach worten

 

kannst

das alles

nicht fassen

 

zupfst

kopflos

die ukulele

 

sie klingt

wie immer und

doch so falsch

 

ihr holz weiß

ja nichts

von kriegen

 

lauschst

stumm

dem klang

 

er pocht

in dein

stockendes

herz

 

sing, sing, sing

deine zartesten lieder

sing von der liebe

 

gerade jetzt

 

Meine neue Freundin Palisander

 

Wenn man freiwillig auf Hornhaut wartet an den zarten Fingerspitzen der linken Hand ...

 

Geradezu schockverliebt bin ich in meine neue Sofafreundin Palisander - meine Ukulele! Dass sie neuerdings bei mir wohnt, ist für mich ein kleines, persönliches und höchst erfreuliches Wunder. Denn: Eigentlich bin ich nicht so der Bedauer-Typ, aber in diesem Fall habe ich wohl mindestens ein viertel Jahrhundert wirklich wahrlich bedauert, dass ich nie Gitarre spielen gelernt habe! Ich war aber felsenfest davon überzeugt, dass ich keine Mutmuse mehr habe, ein neues Instrument zu lernen, der Zug war für mich abgefahren. Dann bekam ich vor ein paar Monaten überraschend eine Gitarre geschenkt, auf der ich seitdem herumgeklimpert habe. Für eine Gitarre reicht mein Elan tatsächlich nicht, aber eine Ukulele - die hat ja das Augenzwinkern schon im "Holz", sie will gar nicht tierisch ernst genommen werden und virtuos glänzen, finde ich. Sie ist zwar auch fein, friedlich, zart, dem Schönen zugewandt, aber dabei immer fröhlich-verspielt. Zu ihr passt es, wenn sie nicht perfekt gespielt wird. Und: Sie ist auch leichter zu lernen als Gitarre ... Also übe ich mich jetzt in Geduld, bis meine Fingerkuppen abgehärtet sind - bis dahin spiele ich immer wieder wenige Minuten, bis es weh tut. Ab und zu knutsche ich sie auch, meine Palisander (so habe ich sie genannt, weil der Name nach Zaubermärchenland klingt und weil ein Teil von ihr aus diesem Holz geschnitzt ist.

Das Glück und das Nicht-Glück ...

 

Heute habe ich endlich mal mein Archiv auf dem Computer aufgeräumt und beherzt vielerlei gelöscht. Dabei sind mir diese Illustrationen wieder in die "Hände" gefallen - ich habe sie für ein Projekt mit Kolleginnen gemacht - zum Thema Glück. Ich finde, diese zwei Kerlchen sollten nicht weiter im Archiv verstauben :-)

Heute möchte ich gerne dieses Gedicht von Naomi Shihab Nye* teilen. Ich bin darauf gestoßen durch die wundervolle Autorin Maria Popova, die mir momentan mit ihrer Seite brainpickings unfassbar schöne Inspirationen gibt. Normalerweise, wenn ich etwas entdecke, das mich berührt, ist mein erster Gedanke, dass ich es teilen möchte. Aber bei Popovas Seite habe ich tatsächlich zuerst den Impuls, sie ganz für mich alleine zu behalten - vielleicht wie man seinen Liebsten "ganz für sich haben" will. Ihre englische Seite ist zwar sprachlich eine Herausforderung, aber sie spricht mir aus der Seele, greift so viele Themen auf, die mich beschäftigen, sie "singt ein Lied, das klingt wie aus der tiefsten Essenz meiner Seele". Am Anfang musste ich die Seite manchmal nach ein paar Minuten schließen, weil mich ihre Fülle, ihr Reichtum fast überwältigt hat... Seit 15 Jahren stellt die Autorin auf brainpickings jede Woche ein großartiges Buch, einen Künstler, Philosphen, Denker vor - sehr fein, mit Liebe ausgewählt und dargestellt. Ein unermesslicher Schatz für mich. Danke, Maria Popova!

 

                         * Morgen liegt wohl ihr Gedichtebuch "Everything comes next" für mich in der Post. Freude!

 

 

sonntag, dreizehnuhrzweiundvierzig

 

sah

als ich kurz lüften wollte

auf die straße zurollend

das flatternde zartrosa

eines kinderkleidchens

 

hörte

mit erschrecken

nahendes motorengeräusch

in meinem toten winkel -

die mutter

 

da hatte ich

unvermittelt

magische kräfte

murmelte beschwörend

dem kleinen mädchen zu:

bleibstehnbleibstehnbleibstehn

 

das mädchen blieb stehen

und lachte zum himmel

die mutter kam in sicht

das auto rauschte vorbei

 

den festgehaltenen atem

loslassend

fielen flügel von mir ab

 

setzte

meinen weg

in die küche fort

mit zitternden händen

bereitete ich mein mahl

 

PS: Die Illustration habe ich aus einem Foto von mir als Kind gemacht - in meinem rosa Flatterkleidchen, das ich sehr geliebt habe ... Wer weiß,

wie oft wir auf unserem Weg Glück haben, ohne es auch nur zu ahnen.

herbstgänse

 

Die Wildgänse sammeln sich, machen sich auf ihren Weg in den Süden.

Es wird also Zeit, Wollsocken und Honigbrei aus den Kammern zu holen.

Für unsere Zukunft ...

 

Ohne Worte, genug geredet - wir machen jetzt den Wandel. Heute war Demo fast auf der ganzen Welt ...

a change is gonna come

 

Es ist gerade recht leicht, in den apokalyptischen Chor einzustimmen, der vielerorts dunkel erklingt. Und bei all den negativen Nachrichten, mit denen wir zugeschüttet werden, könnte man manchmal fast vergessen, wie viel Gutes es gibt. Gerade jetzt passiert z.B. in vielen Städten ein Wandel, von dem ich so lange geträumt habe - fast ohne echte Hoffnung, ihn jemals erleben zu können. Ich weine vor Freude, wenn ich mir jetzt z.B. Paris anschaue ... und genauso grinse ich in mich hinein, wenn ich in meiner kleinen Großstadt kaum noch durchkomme mit dem Fahrrad, weil die Fußgänger die Straßen zurückerobern.

Herr Zucker

 

Ein neues, altes Bilderbuch ... ich habe es vor circa 8 Jahren geschrieben und einen großen Teil der Illustrationen gemacht - dann musste ich die Arbeit daran unterbrechen - so verschwand es in meinen Schubladen. Mal sehen, ob ich nach so langer Zeit einen guten Weg finde, es fertig zu stellen - mein Zeichen- und Arbeitsstil hat sich inzwischen sehr verändert...

Das Buch richtet sich eher an erwachsene Leser - inzwischen gibt es dafür ja erfreulicherweise durchaus einen Markt ...

Monikas Wundertütenaktion ...

5 kleine Illustrationen, die ich für die wundervolle Kulturfunken-Aktion der Künstlerin Monika Callies machen durfte - sie waren Teil der Wundertüten, die 20 Lübecker Künstler mit ihren Werken gefüllt haben... Hier ein Artikel über ihre tolle Aktion.

Buchstabensuppenuhrzeit

 

Ein hochgewachsener Schlacks, vielleicht zehn Jahre alt, rollert an meinem Cafetisch, wo ich gerade speise, vorbei. Ich frage ihn: "Weißt du vielleicht, wieviel Uhr es ist?" Er rollt grinsend mit den Augen, schwingt theatralisch seinen Rucksack vom Rücken und wühlt darin genüsslich umständlich, tief und lang. Als er sein Phone herausfischt, lacht er: "Ha! Jetzt sollte ich eine Buchstabensuppe kochen, die richtigen Zahlen herausfischen und Ihnen dann servieren ... es ist nun also 16.08 Uhr." Mit offensichtlicher Freude an seinem Einfall düst er weiter. Nein, er düst nicht, seine tänzerisch ausgebreiteten Arme zeigen mir - er fliegt. Ja, das kann er, fliegen!

Ein persönlicher Dank an zaubernde Tänzer*innen

 

Vor lauter Begeisterung habe ich nach laaanger Pause einmal wieder einen kleinen Artikel für das Online-Magazin

"Unser Lübeck" geschrieben - über die miniaturen #1 des tanzordnord-ensembles. Hier kann man ihn lesen.

 

Meine Illustration basiert auf einem Screenshot der Internetseite des Ensembles.

Sommerlesung mit kleinem Buch ...

 

 

 

 

 

 

Für die "Sommerlesung" unseres Lübecker Lyriktreffs, unser Debut in dieser Formation, haben wir ein Büchlein gemacht - die kleine Auflage war gleich vergriffen (wobei wir uns, ehrlich gesagt, selbst auch einen großen Stapel gesichtert haben) Die Einnahmen finanzieren uns jetzt eine Homepage, die bald online gehen wird ...