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Anne und Pfirsich: Wo unsere Seele zu Hause ist, Paulinus-Verlag, 2020

Meinen inneren Garten? Hab ich so was auch?

 

Ja mein Engel, jeder hat einen inneren Garten.

 

Und woher weißt du das so genau, wenn er doch unsichtbar ist?

 

Das sehe ich am Leuchten in deinen Augen, mein Schatz.

 

 

Weißt du, Anne, es gibt so unendlich viel Schönes auf unserer Welt, aber fast genauso viel Hässliches. So viel Licht, aber genauso viel Dunkel. In jedem einzelnen Augenblick können wir neu entscheiden, in welche Richtung wir blicken wollen. Das ist vielleicht sogar die wichtigste Entscheidung in unserem Leben: ob wir ins Licht oder ins Dunkel gehen wollen. Ich glaube, es liegt nur an uns, ob wir die schönen Seiten der Welt sehen.

 

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Anne und Pfirsich: Mit dem Leben tanzen, Paulinus-Verlag, 2019

Mhm. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn du nicht mehr hier bist.

Ja, es gibt wahrlich Dinge, die größer sind als wir. So ist es mit dem Sterben - wir können es uns nicht vorstellen. Mir tut es gut, mich auf Mutter Erde zu legen und in diesen unendlichen Himmel zu schauen. Manchmal denke ich, dass ich es dann ein bisschen besser verstehe: Alles wandelt sich, immerzu.

Ich will aber, dass alles so bleibt, wie es ist. Ich will, dass du bleibst!

O ja, das wünschen wir uns ... Weißt du, Anne, ich glaube, das Leben möchte mit uns tanzen. Wenn wir es zu sehr festhalten, können wir nicht gut tanzen. Mach mal deine Augen zu und stelle dir ein leuchtendes, buntes, freundliches Wesen vor. Das ist der Augenblick, das Jetzt, die Gegenwart. Sie wartet auf dich, immerzu, dein ganzes Leben lang ... In jedem einzelnen Moment deines Lebens ist sie bei dir und reicht dir die Hand. Wenn wir das Leben aber zu sehr festhalten, können wir nicht gut tanzen. Das üben wir mit jedem Jahr, das kommt und geht, mit jedem Tag, der kommt und geht. Sogar mit jedem Einatmen und Ausatmen.

Das Leben möchte mit uns tanzen.

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Anne und Pfirsich: Wenn der Himmel leuchtet, Paulinus-Verlag 2020

Manchmal,

wenn man traurig ist,

will man lieber alleine sein.

Manchmal ist Schweigen

die beste Medizin.

 

Wenn du dann in den Garten gehst

und dich auf Mutter Erde legst,

trägt sie dich.

 

Wenn du dich an deinen

Lieblingsbaum lehnst, kannst du

seine stille, tiefe Kraft spüren.

 

Wenn du dich unter den freien,

weiten Himmel stellst, kannst du

durchatmen und spüren, wie es

auch in dir wieder weiter wird.

 

Wenn Himmel und Erde

mit dir schweigen, dann

wirst du getröstet.

 

Ringelsockenwarm

 

Weißt du noch, wie sehr du dich gefreut hast, als deine roten Ringelsocken fertig gestrickt waren? Ich hatte die Gleichen in groß. Unsere roten Ringelsocken! Die am warmen Ofenrohr auf uns warteten, wenn wir lange Winterspaziergänge machten. Welche Freude, wenn man durchgefroren nach Hause kommt und es sich auf dem Sofa gemütlich macht – mit honigsüßem Tee, unserer Wärmflasche Katerchen und den dicken, roten Ringelsocken! Was hatten wir schöne, lange Abende auf diesem Sofa! Wir haben Bücher gelesen oder Geschichten erzählt, uns aneinandergeschmiegt und so viel gelacht!

 

Im Herbst davor hatte ich dir das Stricken beigebracht und du wolltest unbedingt gleich Socken versuchen. Aber dann hast du oft den Mut verloren. So war der Winter fast vorbei, als du es doch endlich geschafft hast!

 

Ich finde, wir sollten immer etwas haben, auf das wir uns freuen. Etwas, das zu Hause auf uns wartet – ein gutes Buch, ein duftender Kuchen oder eben warme, rote Ringelsocken. Und noch etwas: Wenn du einmal denkst, eine Aufgabe sei nicht zu bewältigen, sie sei zu schwer, zu groß für dich, dann erinnere dich an die vielen mühsamen Maschen, die du gestrickt hast – einen ganzen Winter lang! Am Ende sind es doch Socken geworden. Sie wärmen dir nun wunderbar die Füße.

 

Weißt du, die Kraft für eine Aufgabe wächst erst in dem Moment in uns, wenn wir sie brauchen. Nicht vorher. Deshalb erscheinen uns Aufgaben manchmal als zu groß. Wenn wir aber auf unsere Kräfte vertrauen, dann kommt auch Hilfe zu uns, oft auf wundersamen Wegen!

Welche Farben hat das Glück?

 

Ist das Glück rund und bunt? Hat es vielleicht Stacheln?

 

Gibt es viele Arten von Glück? Oder nur das eine Glück?

 

Wie klingt das Glück wohl? Oder ist es ganz still?

 

Ärgerst du dich schon mal über das Glück?

 

Braucht das Glück ab und zu eine Pause?

 

Kommt das Glück manchmal verkleidet zu dir?

 

Kann ein einzelnes Glück mehr sein als ganz viel Glück?

 

Wie viel Glück ist genug Glück?

 

Was macht dich glücklich?

 

Wo in dir fühlst du es, wenn du glücklich bist?

 

Wenn du glücklich bist, was möchtest du dann tun?

 

Wird das Glück für dich schöner, wenn du es teilen kannst?

 

Kannst du glücklich sein, einfach nur, weil du es willst?

 

Möchtest du dem Glück manchmal danken?