Soheyla Sadr lebt als freie Autorin und Illustratorin in Lübeck. Sie schreibt

für Kinder und Erwachsene. Als Illustratorin ist ihr Schwerpunkt momentan

das Kinderbuch.

 

„Dieses große Glas war eine echte Investition in meine Gesundheit“, erzählt Soheyla Sadr und zeigt lachend auf ein Gefäß mit grünem Wasser, "vorher ist es mir oft passiert, daß ich das Wasserglas für die Pinsel mit meinem Tee verwechselt habe.“ Wenn man viele Stunden konzentriert, versunken malt, kann man schon mal ein ganzes Glas verdünnter Aquarellfarben austrinken, bevor man den Fehler bemerkt. Beim ersten Mal habe ich nachts den Gift-Notdienst angerufen. Er antwortete: „Keine Ahnung, ob das gefährlich ist - Sie beobachten sich und ich recherchiere.“ Nun, sie hat es glücklicherweise ohne Schaden überstanden - jetzt erschien gerade im Patmos-Verlag ihr erstes eigenes Kinderbuch „Anne und Pfirsich oder: Wo unsere Seele zu Hause ist.“

Apropos Zuhause: Atelier und Zuhause sind bei Soheyla Sadr eins: „Ich brauche nicht viel Abstand von meiner Arbeit - ich bewege mich gerne zwischen meinen Geschichten und Bildern.“ Aber es muss immer super aufgeräumt sein, kreatives Chaos ist nicht so ihre Sache, am liebsten mag sie, wenn alles sehr übersichtlich ist. „In meinem Kopf habe ich schon genug Gewimmel, das ist mein Manko: Ich habe einfach so viele Ideen - sie zu strukturieren, darum ringe ich viel. Jede Idee ist wie ein Kind, das an meinem Rockzipfel zieht und ohne Pause ruft. „Ich, ich!" Deshalb ist mein Atelier immer tip-top. Nur wenn ich Collagen mache, bleibt kein Stein auf dem anderen. Für mein Buch „Anne und Pfirsich“ habe ich schon mal eine halbe Stunde im Stoffresteberg nach genau diesem einen, roten Fitzelchen mit den Pünktchen gesucht...“ meint sie schmunzelnd. Das ist es übrigens auch, was ihre Figuren so sympathisch macht: ihr Lächeln - sie bringen einem oft zum Schmunzeln. Soheyla Sadrs Illustrationen strahlen eine freundliche Zuversicht aus, sie berühren im Herzen ohne kitschig zu sein. „Ja, ich finde, es darf auch Orte geben, an denen die Welt mal in Ordnung ist - und sei es eben in einem Bilderbuch.“ Das besondere an diesen Büchern: Sie sprechen Kinder und Erwachsene gleichermaßen an.

 

Am liebsten arbeitet Soheyla Sadr mit Aquarellfarben: „Sie sind klar, freundlich, leuchtend. Das tolle: Sie stinken nicht, machen selten Flecken und belasten die Umwelt nicht so stark wie viele andere Farben. Mein gesamtes Arbeitsmaterial passt normalerweise in eine kleine Tasche, das finde ich schön. Zum Arbeiten brauche ich sowieso nicht viel: Einen hellen Platz, mein kleines Aquarellkästchen, ein paar feine Pinsel und Papier. Das gefällt mir. Am liebsten mache ich reine Handarbeit - für mich haben die Bilder so einfach mehr Seele, als wenn sie am PC entstehen. „Ich brauche Schönes für´s Auge. Die Farben sind mein Seelenfutter..."